Schenkökonomie

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Schenkökonmie ist ein soziales System, in dem Güter und Dienstleistungen ohne direkt erkennbare Gegenleistung weitergegeben werden. Dagegen werden in einem Tauschring alle Waren und Dienstleistungen so bewertet und verrechnet, dass ein verbindlicher Ausgleich von Geben und Nehmen möglich ist.

Inhaltsverzeichnis

Schenken

Bei einfachen schenkökonomischen Modellen wie Umsonstläden oder Gib- und Nimm-Häusern gibt und nimmt man ohne jeglichen Anspruch auf Ausgleich.

Manche Schenker vertrauen (oder hoffen) vielleicht auf einen Ausgleich auf höherer Ebene (karmisches Prinzip). Manche vertrauen (oder hoffen) auf langfristige Reziprozität durch kulturelle Normen. Manche schenken einfach so.

Dokumentation

Daneben gibt es auch schenkökonomische Ansätze, die Geben und Nehmen nicht verrechnen, aber zumindest (halb)öffentlich dokumentieren. Dazu gehören etwa neuere Internetangebote, die soziale Netzwerke nutzen, um Geschenke zu vermitteln, wie die "zu verschenken"-Gruppen auf Facebook[4] oder spezialisierte Netzwerke wie frentz.com[5]

Anerkennung und Dank

Es gibt auch neuere soziale Netzwerke für den Ausdruck von Anerkennung und Dank. Auch hier werden Leistungen ohne Erwartung einer Gegenleistung erbracht. Diese Punktesystem dokumentieren aber nicht die erbrachte Leistung, sondern persönliche Wertschätzung des Gebers durch den Nehmer.

Manche Geldexperimente mit unbegrenzter Geldschöpfung bewerben ihre ungedeckte Währung mit der Möglichkeit Dank auszudrücken.[8]

Diskussion

Es ist noch zu klären, inwiefern manche selbstbezeichnete "Tauschringe" tatsächlich Tausch-Systeme sind, oder ob sie nicht vielmehr eine Form der Schenkökonomie praktizieren. Tauschbelege, Kontobewegungen und -stände hätten in diesem Falle nicht mehr den Charakter eines Leistungsversprechen ("moralische Verpflichtung"), sondern sind nur noch Leistungsbelege.

Leistungen würden nicht mehr verrechnet, sondern nur noch dokumentiert. Die Überschuldung des Verwaltungskontos wäre keine Problem mehr, da sie keine Verbindlichkeiten der Mitglieder gegenüber der Gemeinschaft impliziert, sondern nur noch die unausgeglichenen Leistungsverhältnisse in der Gemeinschaft widerspiegelt. Ein "Tauschring" in diesem Sinne könnte aus dem gleichen Grund auf Limits verzichten.

Es wäre auch zu klären, ob solche "unverbindlichen Tauschringe" nicht sogar der Regelfall in der deutschen Tauschring-Landschaft sind, und wie diese von "verbindlichen Tauschringen" begrifflich und inhaltlich zu unterscheiden sind. Beispiele:

Einzelbelege

  1. Spielregen für Umsonstläden des Arbeitskreis Lokale Ökonomie Hamburg siehe auch: Wikipedia-Artikel "Umsonstladen"
  2. Homepage von Heidemarie Schwermer
  3. Couchsurfing FAQ
  4. Facebook-Seite "zu verschenken" Deutschland, Facebook-Seite "zu verschenken" Österreich, Facebook-Seite "zu verschenken" Schweiz
  5. http://www.frents.com
  6. Was sind Dankpunkte? auf Joytopia Homepage
  7. http://twollars.com/faq/
  8.  ! Quelle fehlt
  9. Grundsätze und Regeln der Zeit-Tausch-Börse Herrenberg

Siehe auch

Weblinks

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