Kennzahlen
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Bitte hilf mit: Melde Dich an oder log Dich ein, bearbeite und vervollständige den Artikel und entferne anschließend diesen Hinweis.Kennzahlen sind statistische Hilfsmittel, um die Entwicklung eines Tauschrings einschätzen und verschiedene Tauschringe miteinander vergleichen zu können.
Inhaltsverzeichnis |
Größe des Tauschrings
Die Anzahl der Mitglieder ist die üblichste Kennzahl, um die Größe eines Tauschrings anzugeben. Über die Zahl der Ein- und Austritte in einem bestimmten Zeitraum lässt sich die Beständigkeit in einem Tauschring abschätzen.
Mitgliederstruktur
Wenn der Tauschring entsprechende Daten bei der Aufnahme erhebt, lässt sich die Mitgliederstruktur des Tauschrings aufgeschlüsseln.- Alter und Geschlecht. Darstellung der Verteilung als Alterspyramide.
- Geografisch, zum Beispiel Zahl der Mitglieder, die in einem bestimmten Postleitzahlbereich wohnen, oder Entfernung des Wohnorts zu den wichtigsten Treffpunkten des Tauschrings.
- Einkommen aus Erwerbstätigkeit oder Transferleistungen
- Fähigkeiten, etwa "Schneidern", "EDV", …
- Interessen, etwa "Katzen", "Ehrenamtliche Jugendarbeit", …
Tauschaktivität
Kontostand und Umsatz
Jedes Mitglied hat ein Konto. Der Kontostand gibt an, in welchem Umfang ein Mitglied gegenüber der Gemeinschaft Vorleistungen erbracht hat (positiver Kontostand) bzw. Leistungsversprechen eingegangen ist (negativer Kontostand). Je größer der Unterschied zwischen Geben und Nehmen, umso größer der Kontostand (plus oder minus). Ausgeglichene Konten haben den Kontostand Null. Viele Tauschringe, veröffentlichen intern regelmäßig Kontostandslisten, damit die Mitglieder die Bonität ihrer Tauschpartner beurteilen und anderen Mitglieder beim Ausgleich ihrer Konten helfen können.
Der Umsatz bzw. das Handelsvolumen eines Mitglieds in einem bestimmten Zeitraum gibt den Grad der Beteiligung am Tauschsystem an. Er wird aber nur selten berechnet, vermutlich weil die Verrechnungsstellen nicht über die notwendigen Daten oder Werkzeuge verfügen.
Nach Michael Linton ist Transparenz von Kontostand und Umsatz zwischen allen Mitgliedern "notwendig und hinreichend für die Teilnehmer, um das System gemeinschaftlich zu steuern."[1]
(in arbeit)
- Anzahl der aktiven/pausierenden/inaktiven Mitglieder. Schwer einzuschätzen ist dabei der Anteil der Mitglieder, die formal noch dem Tauschring angehören, aber ihre Aktivität auf Dauer eingestellt haben und bei einem Austritt ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen würden.
Wirtschaftliche Kennzahlen wie Gesamtumsatz im Tauschring oder Pro-Kopf-Umsatz werden von kaum einem Tauschring angegeben, vermutlich weil die Verrechnungsstellen nicht über die Daten und Werkzeuge verfügen, um sie zu berechnen.
Bei Tauschringen, die eine Tauschzeitung herausgeben, erlaubt die Anzahl der Angebote und Suchanfragen eine einfache Abschätzung, wie weit sich das Mitglied am Tauschgeschehen beteiligen möchte.
Bei Tauschringen, die einen Mitgliedsbeitrag in Euro erheben, weisen hohe Außenstände auf Probleme im Verhältnis des Mitglieds zum Tauschring hin.
Das ideale Tauschringmitglied hat ein hohes Handelsvolumen und einen Kontostand von etwa Null. Es hat sowohl Angebote als auch Suchanfragen in der Tauschzeitung und bezahlt seine Rechnungen pünktlich. Es ergreift die Initiative und kümmert sich.
Die vergessene Karteileiche macht keinen Umsatz, weil sie nicht (mehr) tauscht. Ihr Konto ist tief im Minus, weil sie keine Leistungen erbringt. Sie schaltet auch keine Anzeigen (mehr) in der Tauschzeitung, weil sie das Interesse verloren hat oder nicht angesprochen werden möchte. Und sie hat schon seit Jahren keine Mitgliedsbeiträge mehr bezahlt, weil sie niemand gemahnt hat. Da hilft nur noch aktive Mitgliederbetreuung durch die Orga.
Verwaltungskonten
Der Stand der System- und Verwaltungskonten ist als Kennzahl umstritten. Manche Tauschringe finden ihn unerheblich. Andere betrachten sie als wesentliche Kennzahl, um eine Überschuldung des Verwaltungskontos zu erkennen und zu vermeiden.
Die Pro-Kopf-Verschuldung der System- und Verwaltungskonten spielt etwa bei der Berechnung von "Schöpfungsrechten" im Regiotauschnetz e.V. eine zentrale Rolle.[2]
Einahmen und Ausgaben
Manche Tauschringen erstellen auch eine Art Gewinn- und Verlustrechnung[3] bzw. Bilanz[4] für den gesamten Tauschring. Sie dokumentiert die Ein- und Ausgaben auf den System- und Verwaltungskonten. Sie gewährt den Mitgliedern Einsicht in die Verwendung der gemeinsamen Mittel durch das Organisationsteam.
Einnahmen:
- Mitgliedsbeiträge
- Spenden
- Verkaufserlöse bei Gemeinschaftsaktivitäten.
- Umlage von Schulden auf den Verwaltungskonten auf die einzelnen Mitglieder.
- …
Ausgaben:
- Entlohnung des Organisationsteams für den alltäglichen Betrieb des Tauschrings.
- Aufwendungen für einzelne größere Ereignisse wie Feste.
- Ausgleich von Schulden, die Schmarotzer beim Austritt hinterlassen.
- …
Einzelbelege
- ↑ "The ability to know the balance and total trading of another account is both necessary and sufficient for users to regulate the system collectively. The balance shows the commitment of an account holder and the total trading volume demonstrates the degree of participation." Quelle: Michael Linton, Angus Soutar: The LETSystem Design Manual. 1994 (online, englisch)
- ↑ Tauschregeln Regionaltauschnetz e.V.
- ↑ Wikipedia Artikel "Gewinn- und Verlustrechnung"
- ↑ Wikipedia Artikel "Bilanz"
Literatur
- Fabian Betz: Tauschringe als ergänzende lokale Währungen. Diplomarbeit Wirtschafts- und Sozialgeographie, Uni Tübingen, 2000. (Download PDF)