Gemeinschaftskonto

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Gemeinschaftskonten sind Konten, die ein Tauschring im Rahmen seiner Buchführung nicht für einzelne Mitglieder, sondern im Namen der ganzen Tauschringgemeinschaft führt. Zu ihnen zählen etwa das "Systemkonto", das "Verwaltungskonto", die “Außenkonten", das "Austrittskonto", Projektkonten (etwa für die Vorbereitung und Abrechnung von Veranstaltungen), …

Im Gegensatz zur betrieblichen Buchführung gibt es für Tauschringe keinen standardisierten Kontenrahmen. Ob und welche Gemeinschaftskonten ein Tauschring führt, wird in der Praxis sehr unterschiedlich gehandhabt.

Inhaltsverzeichnis

Verwaltungskonto

Viele Tauschringe habe ein zentrales "Verwaltungskonto", um Mitgliedsbeiträge und Spenden an den Tauschring einzusammeln, Fehlbeträge bei Austritten auszugleichen und die Arbeit der Orga zu vergüten. Viele Tauschringe tun sich mit dem Ausgleich des Verwaltungskontos schwer und kämpfen mit einer Überschuldung des Verwaltungskontos.

Theoretisch kommt ein Tauschring mit einem einzigen Verwaltungskonto aus. Praktisch empfiehlt sich eine Aufteilung in mehrere Konten, etwa in Außenkonten, Austrittskonto, Projektkonten und allgemeines Verwaltungskonto.

Systemkonto

Der Begriff "Systemkonto" stammt aus dem Bereich der Tauschring-Software. Bei der Umstellung von papierbasierter auf computergestützer Buchhaltung zeigt sich oft, dass sich die Kontostände der Mitglieder- und Gemeinschaftskonten nicht zu Null addierten. Das Systemkonto ist so definiert, dass es den Fehlbetrag rechnerisch ausgleicht.

Systemkonto = Summe der Mitgliederkonten - Summe der Gemeinschaftskonten

Das Systemkonto ist also rein buchhaltungsmathematisch definiert, unabhängig davon, welche ökonomische Leistungsbilanz dahinter stehen mag.

Standardmodell

Die meisten Tauschringe eröffnen Mitgliederkonten mit Kontostand Null. Positive Kontostände entsprechen einem Guthaben an Tauschwährung, negative Kontostände dem Wert des noch einzulösenden Leistungsversprechen. Das Verwaltungskonto wird bei Gründung des Tauschrings ebenfalls mit Null eröffnet. Bei diesem Modell ergibt die Summe aller Konten immer Null.

Der Stand des Systemkontos kann jederzeit aus der Summe der Mitgliederkonten und anderen Verwaltungskonten berechnet werden. Wenn in einem Tauschring die Summe aller Konten nicht Null ergibt, weist das auf blinde Flecken der Gemeinschaft oder auf Fehler in der Buchhaltung hin.

Startguthaben

Bei manchen Tauschringen werden Mitglieder-Konten dagegen nicht mit Null eröffnet, sondern mit einem gewissen Startguthaben. Wie das Systemkonto in diesem Fall zu berechnen ist, muss der Tauschring selbst definieren. Wenn der Grundsatz der Nullsumme erhalten werden soll, braucht der Tauschring ein Gemeinschaftskonto, von dem er diese Startguthaben schöpft.

Austrittskonto

Manche Tauschringe buchen offene Verbindlichkeiten von austretenden Mitgliedern auf ein eigenes "Austrittskonto". So wird die formale Bedingung erfüllt, dass Mitgliederkonten nur mit dem Kontostand Null geschlossen werden können. Ein eigenes Austrittskonto erleichtert es insbesondere tief verschuldeten Tauschringen, den Überblick über die gemeinschaftlichen Verbindlichkeiten zu behalten.

Außenkonto

Über "Außenkonten" werden Tauschgeschäfte mit anderen Tauschringen abgebildet.

siehe: Außentausch

Verzicht auf Gemeinschaftskonten

Ein Tauschring lässt sich auch ganz ohne Gemeinschaftskonten organisieren. Gemeinschaftskonten sind nur für Transaktionen zwischen einzelnen Mitglieder und "der Gemeinschaft" erforderlich.

Ohne Gemeinschaftskonten müsste ein Tauschring auf den zentralen Einzug von Mitgliedsbeiträgen oder Gebühren verzichten, offene Verbindlichkeiten bei Austritten sofort auf alle verbleibenden Mitglieder umlegen, und Tauschgeschäfte direkt zwischen den beteiligten Personen verrechnen.

Ein Verzicht auf Gemeinschaftskonten würden also Transparenz, Verständlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und Verbindlichkeit im Tauschringen fördern.

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