Benutzer:Harr

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Benutzer:Harr ist einfaches Mitglied des Kreuzberger Tauschrings und war von 2008 bis 2012 zeitweise sehr aktives Mitglied der TauschOase Schöneberg. Harr mag Wikis und freut sich über Kommentare auf der Diskussionsseite. :-)

Inhaltsverzeichnis

Meinungsartikel

Bei der redaktionellen Arbeit im Tauschwiki bemühe ich mich um einen möglichst neutralen Standpunkt[1], auch wenn viele Artikel diesem Anspruch (noch) nicht genügen. In den folgenden Artikeln geht es dagegen nur um meine Meinung:

Tauschringe als Allmenderessource für Kredit und Arbeitskraft
Anwendung von Elinor Ostroms Analyse[2] von Common Pool Resources auf Tauschringe. Ich behaupte, dass Tauschringe ihren Mitgliedern (mindestens) zwei begrenzte gemeinschaftliche Ressourcen bereitstellen: Arbeitskraft und Kredit der anderen Mitglieder. Nicht das verfügbare Geld ist knapp - wie etwa Michael Linton oder Michael Musil behaupten - sondern die verfügbare Arbeitskraft der einzelnen Mitglieder. Jeder Mensch kann jeden Tag nur eine bestimmte Anzahl von Stunden produktiv arbeiten. Wem soll der Leistungsbereite seine Arbeitskraft zukommen lassen? Was bekommt er wann im Tausch dafür? Wieviel Arbeitskraft anderer soll jemand einseitig verbrauchen dürfen, ohne dass er jemals selbst etwas arbeiten muss (Schenkökonomie, Umverteilung, Schmarotzer)? Wieviel Arbeitskraft anderer soll jemand einseitig verbrauchen dürfen, bevor er selbst entsprechende Gegenleistungen erbringen muss (Kredit)? Wer organisiert das Ressourcensystem Tauschring, damit das Leistungsversprechen auch langfristig eingefordert oder eingelöst werden kann? Wer darf mitmachen, wer nicht? Ist Überschuldung der Gemeinschaftskonten ein zuverlässiges Kennzeichen für die Erschöpfung der Allmendenressource Kredit? Wie würde sich eine Abschaffung der künstlichen Begrenzung der maximal verfügbaren Kreditmenge durch "Limits" auf die Verfügbarkeit von Arbeitskraft auswirken? Welche Gleichgewichtspunkte gibt es zwischen den Extremem a) präzise verrechnender Tauschökonomie (Barter Club) und b) entgrenzter Schenkökonomie?
Der einfachst mögliche Tauschring
Referenzmodell für Diskussionen über die Funktionsweise von Tauschringen. Ich behaupte, dass Tauschringe auf Gemeinschaftskonten vollständig verzichten sollten.
Tauschen oder Schenken? Lebendige Schenkkultur in deutschen Tauschringen
In diesem Thesenpapier behaupten Andreas Artmann und ich, dass viele "Tauschringe" wirtschaftlich gesehen gar keine Tauschringe sind. Bis vor einiger Zeit hielt ich überschuldete Tauschringe nur für unverantwortliche Schneeballsysteme. Heute meine ich, dass man sie auch als (unbewusste?) Vorreiter einer neuen Schenkkultur begreifen kann. Aus dieser Perspektive lassen sich zahlreiche kontrovers disktuierte Grundsatzfragen der Tauschringszene einfach auflösen.
Das Schöneberger Tauschringmodell
Neuartige Tauschregeln, die zahlreiche strukturelle Probleme von Tauschringen beseitigen müssten. Zur Zeit verwenden die meisten deutschen Zeittauschringe ein (namenloses) Standardmodell, das dem LETSystem ähnelt. Mir fällt auf, dass viele Tauschringe ihre eigenen Tauschregeln zu ignorieren scheinen. Vielleicht liegt das daran, dass die Tauschregeln nicht zu den selbstgesteckten Zielen der Tauschringe passen? Das "Schöneberger Modell" zeigt eine Alternative auf.
Die ideale Tauschringsoftware
Konzept für eine Tauschringsoftware, die durch geeignete Begriffe, Darstellungsweisen und Interaktionen das Tauschdenken fördert.
Was ist (k)ein Tauschring?
Diese Artikelserie vergleicht Tauschringe mit Alternativen:
  1. Tauschringe sind keine Tauschbörsen
  2. Tauschringe sind keine Nachbarschaftshäuser
  3. Tauschringe sind keine Sozialeinrichtungen
  4. Tauschringe sind kein Familienersatz
  5. Tauschringe sind kein Dorfersatz ("Barn-Raising")
  6. Tauschringe sind keine politische Bewegung
  7. Tauschringe sind keine Geldexperimente
  8. Tauschringe sind kein Euroersatz
  9. Tauschringe sind keine Freiwirtschaft
  10. Tauschringe sind kein Regiogeld
  11. Tauschringe sind keine Banken
  12. Tauschringe sind keine Sparvereine
  13. Tauschringe sind keine Versicherungen
  14. Tauschringe sind keine Genossenschaften
  15. Tauschringe sind keine Unternehmen
  16. Tauschringe sind Tausch-Ringe
Überschuldung bei Tauschringen
(Fragment. Parallelen zwischen Staatsverschuldung und Tauschringverschuldung.)
Das Zeitbuchungssystem timala
Konzept eines System für die überregionale Buchung von Verrechnungsstunden. Im Gegensatz zu Clearingstellen wie RTR und VeSTa erfordert es keine gemeinschaftlichen Außenkonten bei lokalen Tauschringen, die zur Überschuldung der Gemeinschaftskonten beitragen können.
Die Zeitgeber
Konzept für ein nachbarschaftliches Zeittauschsystem im deutschsprachigen Raums.

Leistungsbilanz statt "Geld"

Grafische Darstellung der persönlichen Leistungsbilanz.
Meiner Meinung nach sollten Kontoauszüge anders dargestellt werden. Nicht als Liste, wo abwechselnd Gut- und Lastschriften erscheinen, sondern zweispaltig wie klassische T-Konten. Auf der einen Seite die erhaltenen Leistungen, auf der anderen die abgegebenen. Zum Bespiel so:
Leistungen Nehmen Leistungen Geben
Marmelade -50 VE Fenster putzern +25 VE
Altes Fahrrad erhalten -40 VE Selbstgebasteltes Buch gegeben +20 VE
Bernds Schulden übernommen -80 VE Meine Schulden an Anna abgegeben +20 VE

Position

Meine Grundhaltung lässt sich gut unter dem Stichwort "Aufklärung" zusammenfassen: "Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.'"[1]

Ich halte wenig von Planwirtschaft und Freiwirtschaft. Ich halte viel von der Österreichischen Schule, Sozialer Marktwirtschaft, Peer Economy, Teilen, Schenken, Tauschringen, ökonomischer Selbsthilfe und Lokaler Sozialer Ökonomie (nach Karl Birkhölzer).

Ich lese gerne klassische Originaltexte zum Thema. Zur Zeit etwa von Karl Marx "Zur Kritik der Politischen Ökonomie" (1859). Das zweite Kapitel[3] empfehle ich allen zur Lektüre, die sich mit dem Zusammenhang des Wertes von Geld mit der Bewertung von Arbeitszeit und Waren beschäftigen. Was bei Marx "Gold" heißt, ist im Tauschring die Verrechnungseinheit. Schön auch das einleitende Zitat an gleicher Stelle:

In einer Parlamentsdebatte … bemerkte Gladstone, die Liebe selbst habe nicht mehr Manschen zu Narren gemacht als das Grübeln über das Wesen des Geldes. Er sprach von Briten zu Briten. Holländer dagegen, Leute, die … von jeher einen "himmlischen Witz" besaßen für die Geldspekulation, haben nie ihren Witz verloren in Spekulation über das Geld.

Ich wünsche mir in der Tauschringszene ein bisschen weniger englisches Grübeln über alternative Geldkonzepte und mehr himmlischen Witz beim Spekulieren. :-)

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Einzelbelege

  1. http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Neutraler_Standpunkt
  2. Elinor Ostrom: Governing the Commons. 1990
  3. http://www.mlwerke.de/me/me13/me13_049.htm
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